Articles and Interviews


Le grand méchant loup est enfin arrivé

Libération,

The French newspaper Libération has printed Danish author Carsten Jensen's commentary on the attacks in Copenhagen.

Subtitled "Le grand méchant loup est enfin arrivé" (en. And then the Big Bad Wolf finally arrived) Jensen writes:

"Le Danemark est sans conteste le pays en Europe qui compte dans son Parlement la droite hostile aux étrangers la plus puissante, le Parti populaire danois. Une formation qui, lors des prochaines élections, semble devoir devenir le plus important du pays et dont les points de vue sur les étrangers sont partagés par une majorité des partis du Parlement, dont la social-démocratie.

Serait-ce un simple hasard que l’étincelle terroriste ait sauté de Paris à Copenhague ?

Le problème de la liberté d’expression au Danemark n’a jamais été son mauvais usage. Le problème est qu’elle n’a pas été suffisamment utilisée. Qu’il n’y ait pas suffisamment de Danois pour prendre la parole."

Read the entire commentary here


Carsten Jensen: Unser Land hat sich selbst radikalisiert

Frankfurter Allgemeine Zeitung,

"Was auch immer sie uns mit ihrer sauerstoffarmen Mitteilung sagen will, eines ist klar: Am Samstagabend, als in Kopenhagen die Schüsse fielen, war Dänemark ohne Führung. Wo sich die Ministerpräsidentin hätte befinden sollen, war eine moralische Leerstelle. Es ist wichtig, alles über den Täter und seine Motive zu erfahren. Ist er ein zurückgekehrter Syrien-Krieger? Liegt der Infektionsherd im Ausland? Aber es gibt auch eine Frage, die ebenso wichtig ist: Wer sind wir als Nation?"

Read Danish author, Carsten Jensen's remark on the Copenhagen shootings in the German newspaper Frankfurter Allgemeine Zeitung here.


Danish terror attack comes as no surprise, Carsten Jensen writes in Finnish newspaper

Helsingin Sanomat,

The Finnish newspaper Helsingin Sanomat has printed Danish author Carsten Jensen's commentary on the attacks in Copenhagen.

Read the commentary in Finnish here


Carsten Jensen on WE, THE DROWNED in Flensburger Schifffahrtsmuseum

Flensburger Nachrichten,

„Wir Ertrunkenen“ – Dicker Wälzer voller Wasser

Autor Carsten Jensen sprach im Schifffahrtsmuseum über sein 800-Seiten-Werk

Auf Englisch beantwortet Carsten Jensen die Fragen von Moderatorin Kathrin Fischer.

FLENSBURG Keine Musik, keine Show, keine Action. Zwei Menschen auf einem Sofa, ein dritter auf einem Barhocker daneben. Ein Buch von 800 Seiten, es heißt „Wir Ertrunkenen“. Gleich auf der ersten Seite kam Flensburg vor, der Protagonist Laurids Madsen aus Marstal/Ärö machte sein Kapitänspatent in Flensburg. Obwohl an diesem Abend nur gesprochen wurde, erlebten die gut 100 Zuhörer im fast voll besetzten Foyer des Schifffahrtsmuseums einen ungemein spannenden, informativen, aber auch unterhaltsamen Abend mit dem dänischen Schriftsteller Carsten Jensen.

Bei diesem Namen denken viele Flensburger zunächst an einen verdienten Handwerksmeister und langjährigen CDU-Ratsherrn. Das könnte sich nach diesem Abend ändern. Auch wenn der Autor – anders als geplant – gar nicht aus seinem Buch gelesen hat. Er hatte seine dänische Ausgabe vergessen, und niemand im Saal hatte eine dabei. Also blieb es bei deutschen Textauszügen, die der Schauspieler Johannes Fast las. Den Autor des epochalen Werkes, das in Dänemark ein Bestseller war und auch hierzulande viele begeisterte Leser fand, erlebten die Besucher im Gespräch mit Kathrin Fischer, Universität Flensburg.

„Mein Deutsch ist ein bisschen primitiv“, entschuldigte er sich und beantwortete Fischers Fragen auf Englisch, charmant dänisch eingefärbt. Und dann erklärte er, wie Marstal – „diese kleine Stadt auf einer kleinen Insel in einer vergessenen Ecke der Ostsee“ – zu einem Hafen wurde, von dem aus Schiffe in die ganze Welt fuhren. Er erzählte, wie die Seefahrt die Menschen in dieser Stadt prägten, wie Frauen und Männer völlig unterschiedliche Leben in voneinander getrennten Welten lebten, aber auch, wie anders das Leben der Bauern war, die nur wenige Kilometer entfernt außerhalb Marstals lebten – und oft nie in ihrem Leben auch nur Ärö verließen, während die Männer aus Marstal die gesamte Welt bereisten und mit entsprechenden Erfahrungen zurückkehrten. Das war, so Jensen, Globalisierung lange bevor es überhaupt das Wort gab.

Ausgesprochen selbstkritisch äußerte sich Jensen über die neue Militanz Dänemarks. „In jedem der vier Kriege, die es in den letzten zehn Jahren gab, war Dänemark dabei.“ Die neue Ausländerfeindlichkeit in seinem Heimatland, die kollektive Angst vor allem, was mit dem Islam zu tun hat, erklärte er mit dem Fehlen eines Sündenbocks, seit die Deutschen nach Ende des Zweiten Weltkriegs bessere Demokraten als die Dänen wurden und nicht mehr als „Monster“ taugten. Indirekt warb es für die TVSerie „1864“, die demnächst bei Arte laufen soll und die in Dänemark zu einer aufgeregten öffentlichen Diskussion geführt hat, weil sie viel selbstkritischer wurde als von vielen Dänen erhofft. Seit er als fast einziger Journalist eine positive Kritik verfasst hatte, sei er wieder präsent in den Medien.

Die gespannte Stille im Museum angesichts der aufschlussreichen Äußerungen Jensens wurde durch umstürzende Weingläser gestört. Johannes Fast entführte die Zuhörer immer wieder von der politischen Gegenwart in die fiktive Vergangenheit des Romans, und doch wurde deutlich, wie untrennbar beides zusammenhängt. Viel Zeit für den neuen Roman, „der so voll von Sand ist wie der alte voll von Wasser war“, blieb dann nicht mehr. Bleibt zu erwähnen, dass der Selbsthilfe- Bauverein (SBV) und das Schifffahrtsmuseum Gastgeber des spannenden Abends waren. Joachim Pohl


American woman reviewing WE, THE DROWNED on Youtube

Stephanie Spines & Tim Reviews, Youtube,

Listen to the enthusiastic review here.


Carsten Jensen interviewed by the Portuguese, national newspaper Público

Público,

Carsten Jensen has been interviewed by the daily, national newspaper Público about his recently published novel WE, THE DROWNED. Read the interview in Portuguese here